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Äthiopien Lalibela

 
     
 
Äthiopien ist noch eines der unbekannteren Reiseziele. Da verwundert es nicht, dass auch die übrigen Teilnehmer der Reise noch nicht da gewesen waren, was man bei einer Gruppenreise selten hat. Immer kennt einer schon das Reiseziel von einem früheren Besuch. Hier nicht.
Für Kiwi Tours war es wohl auch das erste Mal, Äthiopien gehört zu den jüngeren Zielen des Münchner Reiseveranstalters.
Äthiopien MarktAlso begannen wir unsere Reise in Addis Abeba. Der Flug dorthin ist weder kurz noch lang, acht Stunden sind ganz gut auszuhalten. Leider hatte der Flug schon bei Abflug eine Stunde Verspätung, Minuspunkte gab’s auch für den Zustand des Innenraumes, der schon etwas heruntergekommen aussah und das Unterhaltungsprogramm war von vor zehn Jahren. Aber das Essen war gut, der Service sehr nett und generell kann ich nichts wirklich Schlechtes über die Airline sagen. Wir erreichten Addis Abeba früh morgens. Da es hier nur eine Stunde Zeitverschiebung gibt, ist der Jetlag wirklich nicht wahrnehmbar. Die Temperatur beim Ausstieg war sehr angenehm, knapp über 20° erwarteten uns.
Ein dunkelhäutiger Mann hielt ein Schild mit der Aufschrift Kiwi Tours hoch, ganz wie im Film, und begrüßte uns dann in sehr gutem Deutsch. Nachdem auf einer Liste alle Teilnehmer abgehakt worden waren, machten wir uns auf den Weg ins Hotel. Wir wollten alle nur noch ins Bett, wenigstens kurz. Danach unternahmen meine Frau und ich dann einen Spaziergang rund um das Hotel.
 
Äthiopien Kirche AxumGenerell sei gesagt: Äthiopien gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Dabei ist der Bildungsstandard hier sehr niedrig. Neben Landwirtschaft gibt es hier kaum eine Einnahmequelle. Aufgrund der häufigen Dürren kommt es immer wieder zu Hungersnöten. Wir waren auf einiges gefasst. Doch Addis Abeba ist eine ganz schöne Stadt, die einen erst einmal das Elend vergessen lässt. Der Verkehr ist heftig hier, die Luft ist voller Abgase. Klar, einen TÜV wird’s hier nicht geben. Da es auf dem Land nichts zu holen gibt, kommt die Landbevölkerung in die Städte in der Erwartung, hier das große Geld zu machen. Oder wenigstens das kleine zum Leben. Also wird viel gebaut. Wenn man an einer etwas höher liegenden Stelle über die Stadt schaut, blickt man auf hohe Wolkenkratzer und daneben Armenviertel. Später wartete der Bus auf uns und wir machten uns auf zu einer ersten Stadtrundfahrt. Diese war ausführlich und brachte uns einige wichtige Fakten über den Staat näher. Danach besichtigten wir noch das Ethnologische Museum.

Am nächsten Morgen ging es wieder an den Flughafen. Wir flogen nach Bahir Dar Keiner kennt es, aber es ist immerhin die drittgrößte Stadt Äthiopiens. Sie liegt am Tanasee. Auf dem See tummeln sich eine ganz Menge kleiner Papyrusboote, die sehr tief im Wasser liegen. An den Wasserfällen des Blauen Nil machten wir Halt. Die Landschaft ist hier wunderschön. Beim Mittagessen machten wir Bekanntschaft mit dem äthiopischen Essen (ehrlich gesagt hatten wir bisher nur die kontinentale Küche des Hotels ausprobiert), das eigentlich ganz lecker ist. Es gab ein Brot, das man wie Besteck benutzte und mit dem man die übrigen Speisen wie Fleisch, Grünkohl oder Käse aufnahm und in den Mund steckte. Dann bestiegen wir ein Boot und fuhren auf den See hinaus. Auch hier ist die Landschaft sehr schön. Wir besichtigten unter anderem verschiedene Klöster, die sich auf den Inseln im See befinden.

Am nächsten Morgen verließen wir Bahir Dar und fuhren weiter nach Gondar. Äthiopien Gondar FasilidasDer Palast hier ist Weltkulturerbe. Kaiser Fasilidas hatte hier 1632-1667 geherrscht, heute sieht man nur noch Ruinen. Außerdem besuchten wir noch die Klosterkirche Debre Berhan Selassie, den Palast der Kaiserin Mentewab und das angeschlossene Kloster Kuskuam.
Nächster Halt war der Semien-Nationalpark, ebenfalls ein UNESCO-Welterbe. Wir übernachteten direkt vor Ort. Nach dem Frühstück am nächsten Morgen wurden wir wieder in den Bus verfrachtet und machten eine Fahrt über spektakuläre Bergpässe, für die man aber auch den Magen haben sollte. Das am Nachmittag erreichte Aksum war eine der ersten christlichen Hauptstädte. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurden hier die Krönungen der Könige vorgenommen, heute hat Aksum keinerlei Bedeutung mehr, es ist nur noch eine kleine Provinzhauptstadt. Zum Abschluss besuchten wir noch die Ruinen des Palastes der Königin von Saba.
Äthiopien LalibelaAm frühen Morgen wieder ein Transfer zum Flughafen, von wo aus wir nach Lalibela flogen, wo es die berühmten 11 Felsenkirchen zu sehen. Sie wurden aus dem massiven Fels heraus geschlagen, was sicher nicht einfach war. DA auch diese Kirchen zum Weltkulturerbe gehören, bemerkt man langsam, wie viel Äthiopien zu bieten hat.
Dann war unsere 11-tägigen Reise schon wieder vorbei. Unser Fazit: Äthiopien ist ein faszinierendes Land, das auf jeden Fall einen Besuch Wert ist. Die Reise hat sich auf jeden Fall gelohnt. Negativpunkte waren lediglich die Verspätung bei den Flügen (nicht nur einmal) und die laxe Handhabung mit Zeit generell. Pünktlichkeit ist sicher nicht die Stärke der Äthiopier. Wer damit aber leben kann, hat einen großartigen Urlaub vor sich.

Gerhard B., Landshut
 
     
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